Weniger Wäsche waschen – wie ich unseren Wäscheberg (fast) halbiert habe

by rosanita

Wie ihr wisst, habe ich zusammen mit Nicole von Familie Ordentlich eine tolle Aktion zur Fastenzeit gestartet. Wir machen Wäschefasten! Das bedeutet, wir versuchen, weniger Wäsche zu waschen und unseren Wäscheberg wirklich zu verkleinern.

In der Fastenzeit nehme ich mir ja immer eine kleine Herausforderung vor. Einmal haben wir Müllfasten gemacht und versucht, so wenig Müll wie möglich zu produzieren. Im letzen Jahr habe ich Klamottenfasten mit einer Capsule Wardobe ausprobiert und in der Fastenzeit nur 30 Kleidungsstücke (inkl. Schuhen) tragen dürfen (das war hart ;)). Diesmal haben wir uns also zum Wäschefasten entschieden. Die Idee dahinter ist, sein eigenes Verhalten und seine Gewohnheiten zu hinterfragen: Landen wirklich nur schmutzige Klamotten in der Wäsche? Oder ist man manchmal zu bequem ein Stück zurück in den Schrank zu legen oder hat einfach nur Lust auf ein neues Outfit? Vielleicht kennt ihr auch diesen Stuhl?:

Wir sind mit fünf Personen bisher auf mindestens fünf Waschmaschinen pro Woche gekommen (und liegen damit sogar noch etwas unter dem Durchschnitt). Auch eure Rückmeldungen auf meine Insta-Story letzte Woche zeigen, dass die meisten von euch etwas mehr als eine Maschine pro Person und Woche waschen müssen. Bei Familien mit älteren Kindern und/oder Tieren meistens etwas mehr.

Dabei lohnt es sich sehr, sein Waschverhalten zu hinterfragen. Nicht nur aus Nachhaltigkeits- und Kostengründen. Mich hat vor allem gestört, dass die Wäsche so viel Zeit in Anspruch nimmt. Eigentlich waren wir fast täglich mit Waschen, Zusammenlegen oder Wegräumen beschäftigt. Das Bügelbrett, auf dem wir die Wäsche falten, ist ein fester Bestandteil unserer Einrichtung geworden. Ich wollte der Wäsche einfach nicht mehr einen so großen Raum in unserem Leben einräumen.

Weniger Wäsche waschen – so geht es

Wir versuchen gerade in der Fastenzeit weniger Wäsche zu Waschen und somit den Wäschberg zu verkleinern. Wäsche vermeiden ist ein wichtiger Schritt, zu mehr Nachhaltigkeit und Energiesparen beim Waschen.

Heute habe ich deshalb für euch zusammengefasst, wie wir es geschafft haben, den Wäscheberg wirklich zu verringern. Ich war selbst ganz erstaunt, dass es doch relativ einfach geht.*

  • Kleidung länger tragen: Ich ziehe mir – ehrlich gesagt – am liebsten fast jeden Tag etwas Neues an. Schließlich habe ich ein paar tolle Teile im Kleiderschrank und liebe es, ein anderes Outfit zusammenzustellen. Natürlich habe ich auch vorher nicht jedes Stück nach einmaligem Tragen in die Wäsche geworfen, aber ich habe nicht so sehr drauf geachtet wie oft ich etwas schon getragen habe. In den letzten Wochen habe ich mit dieser Angewohnheit aufgehört und trage ein Outfit jetzt immer länger (ich versuche auf mindestens vier Tag zu kommen). Besonders Teile, die nicht direkt am Körper sitzen werden, wie z.B. Röcke und Pullis kann man auf jeden Fall mehrere Tage anziehen. Alles, was direkt auf der Haut liegt, muss natürlich – nach Bedarf – öfter gewechselt werden. Anstatt aber das ganze Outfit zu waschen, reicht es ja meistens aus, sich nur ein frisches Shirt zu nehmen. Damit ich trotzdem das Gefühl habe, jeden Tag etwas anderes anzuziehen, trage ich meine Kleidung im Wechsel. So kann sie zwischendurch auch wunderbar auslüften.
  • Kleidung auslüften oder einfrieren: Die beste Methode, um getragene Kleidung länger anziehen zu können ist, sie über Nacht auszulüften. Am besten hängt ihr sie nach draußen oder auch einfach ans Fenster. Übrigens funktioniert auch einfrieren ziemlich gut gegen Gerüche. Denn bei Minustemperaturen sterben viele Bakterien ab und der Geruch wird neutralisiert.
  • Kleidung nach dem Tragen ordentlich zusammenlegen: Ok, ich gebe zu – das gelingt mir nicht immer. Aber immer öfter ;). Manchmal ist man eben etwas zu faul. Hat man die Kleidung aber am Vorabend schön zusammengelegt oder glatt zum Lüften aufgehängt, dann zieht man sie am nächsten Morgen auf jeden Fall mit mehr Freude an, als wenn sie zusammengeknüllt auf einem großen Haufen liegt.
  • Natron als Deo: Falls ihr es noch nicht ausprobiert habt – ich bin begeistert von Natron als Deo. Dafür streue ich einfach (wenig!) Natron auf einen feuchten Lappen und nutze ihn wie ein Deo. Allerdings ist es nicht für jeden geeignet, weil es die Haut reizen kann. Probiert es also erst einmal vorsichtig aus.
  • Kleidung nur in die Wäsche, wenn sie richtig schmutzig ist: Bisher haben wir häufig auch Kleidung in die Wäsche geworfen, weil sie auf unserem „zu schmutzig für den Schrank – zu sauber für die Wäsche“ Stuhl gelegen hat. Ich habe noch nie halbvolle Maschinen angestellt, aber Maschinen gerne mit Kleidung aufgefüllt, die auf diesem Stuhl lag. So sind natürlich auch öfter mal nicht wirklich schmutzige Stücke in der Wäsche gelandet. Der beste Tipp ist, jetzt wirklich abzuwarten, bis eine Maschine komplett mit schmutzigen Klamotten gefüllt ist.
  • Jedes Teil genau überprüfen: Bevor man etwas in die Wäsche wirft, wird jedes Mal überprüft – ist es wirklich schmutzig? Muss man es waschen oder würde auslüften ausreichen? Ein kurzer (vorsichtiger :) !) Geruchstest gibt meistens eine ziemlich klare Auskunft. Die Kinder haben es erstaunlicherweise sehr gut angenommen und haben die Idee des Wäschefastens schnell verstanden und helfen uns beim Geruchs- und Sichttest.
  • Ort für getragene Kleidung einrichten: Viele von euch haben mir geschrieben, dass sie einmal getragene Kleidung nicht wieder zurück in den Schrank legen möchten. Das kann ich gut verstehen, schließlich verliert man schnell den Überblick, was noch frisch gewaschen ist und was nicht. Da ich ja gerne meine Kleidung wechsle, habe ich mir jetzt in meinem Schrank einen freien Platz eingerichtet, in den ich bereits getragene – aber noch nicht schmutzige Kleidung lege. Hier muss man natürlich aufpassen, denn der Stapel wächst ziemlich schnell in die Höhe. Deshalb neue Outfits immer mit bereits getragenen kombinieren.
  • Die Kinder auch mal schmutzige Kleidung tragen lassen: Hier in Dänemark spielen die Kinder sowohl im Kindergarten als auch in der Schule sehr viel draußen. Dementsprechend kommen sie jeden Tag mit einem ziemlich verdreckten Schneeanzug, bzw. mit einer Jacke voller Schlamm zurück. Anfangs habe ich die Kleidungsstücke fast jeden zweiten Tag gewaschen. Mittlerweile haben wir uns aber die dänische Herangehensweise angewöhnt. Der Schmutz wird entweder ignoriert oder kurz abgebürstet. Das schont natürlich auch die Imprägnierung und die Kleidung. In der Schule oder im Kindergarten fallen sie überhaupt nicht auf, weil alle ziemlich schmutzig sind. Ähnlich gehe ich mit verdreckten Hosen oder verfleckten Shirts vor. So lange sich der Schmutz noch im Rahmen hält, wird nicht sofort ein neues Shirt angezogen.

Ausnahmen vom Wäschefasten – bitte nicht stinken

Nicole und ich wollen zwar den Wäscheberg reduzieren, aber dabei soll niemand stinken und unhygienisch darf es natürlich auch nicht sein. Nicht dass ihr jetzt alle stinkend herumlauft und sagt: „Anita will, dass wir keine Wäsche mehr waschen!“. Deshalb sind vom Wäschefasten ganz klar ausgenommen: alles was stinkt oder unhygienisch ist sowie Unterwäsche, Strümpfe, Küchenlappen und andere Putzutensilien. Nur damit das kurz geklärt ist ;).

Das ist also mein erstes Zwischenfazit zum Wäschefasten. Eigentlich sind meine Vorschläge ja ziemlich selbstverständlich. Aber setzt ihr sie auch um? Oder habt noch andere Ideen, wie man weniger Wäsche waschen kann? Ich freue mich auf eure Rückmeldung!

*Vielleicht habt ihr es ja auch bei Instagram gesehen, wir hatten einen kleinen Wäschefastenrückschlag in der letzten Woche. Durch einen Wasserrohrbruch mussten wir richtig viele Handtücher waschen. Diese Maschinen zähle ich allerdings nicht dazu – sie sind ja außerplanmäßig angefallen ;).

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Endlich weniger Wäsche waschen - mein Fazit zum Wäschefasten - Rosanisiert 30. April 2019 - 14:51

[…] Wohnung herumliegt. Jetzt warten wir einfach immer ab, bis eine Maschine richtig gefüllt ist. In diesem Beitrag könnt ihr noch einmal ausführlicher nachlesen, was wir unternommen haben, um so wenig Wäsche wir […]

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